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Interview mit Doktorand Yannic Schena

Das Projekt PASSWORK im Rahmen der Förderung „Programm des Projektbezogenen Personenaustauschs Hongkong ab 2026“ des DAAD läuft über den Zeitraum 2026/27. Projektleitung obliegt Herrn Prof. Thomas Linner an der OTH Regensburg. Weitere Mitglieder sind Prof. Mathias Obergrießer, Prof. Florian Weininger, Simon Höng und Yannic Schena. Von Hongkong beteiligt sind leitend Prof. Mingzhu Wang mit ihrem Team Shijing Xu und Hongxu Wang. Über den Zeitraum der 2 Jahre wird es 2-wöchige Austausche geben, bei denen projektbezogen gearbeitet werden kann. Das Projekt umfasst die Mensch-Roboter-Kollaboration und sicherheitstechnische Methoden zur Sicherung des Schutzes der Mitarbeiter auf robotischen Baustellen. Den initialen Austausch von Deutschland nach Hongkong hat Yannic Schena Ende April umgesetzt und damit das Projekt gestartet. Zukünftig wird es hier in beide Richtungen weitere Austausche geben inkl. gemeinsamer Publikationen.
 

Yannic Schena, 28 Jahre alt, aus Regensburg

In welchen Themenbereichen studieren und forschen Sie?

Ich habe im Bachelor Bauingenieurwesen studiert und mich im Rahmen meines Masters an der OTH im Schwerpunkt digitales Bauen auf Robotik, Sensorik und Programmierung spezialisiert. Aktuell beschäftige ich mich mit der frühzeitigen Validierung von Automatisierungs- und Robotiksystemen für den Bau. Zukünftig möchte ich mich wieder mehr mit der Entwicklung von Roboter und Systemen für Roboter beschäftigen. Vor allem interessieren mich die Möglichkeiten, Informationen über automatisierte Systeme zu erfassen, zu verarbeiten und anschließend für alle Gewerke am Bau - einschließlich der Roboter – nutzbar zu machen.

Wie hat Ihre Begeisterung für dieses Thema/diese Themen begonnen?

Mit meinen Arbeiten als Werkstudent in der Vermessung bei der Firma dhib hatte ich meinen Kontakt zu digitalen Methoden im Bauwesen. Nachrüsten von Baggern mit Tablets, Sensorik und digitalen Baugrubenmodellen, cloudbasierter Datenverteilung auf die Maschinen und Remote-Unterstützung bei Problemen mit der Bediensoftware. Somit habe ich mich nach dem Bachelor für den Master ‚Digitales Bauen‘ entschieden. Hier stand für mich relativ zügig fest, dass ich mich in diesem Bereich über das Studium hinaus fortbilden und einbringen möchte, um Lösungen für die Baustelle der Zukunft zu entwickeln. Über die Werkstudententätigkeit bis hin zur Promotion habe ich hier einen Weg gefunden, mit dem ich mich voll identifizieren kann.

Wie entstand die Kooperation mit Building Lab und warum haben Sie sich für Hongkong als Austauschort entschieden?

Durch eine Kontaktaufnahme durch Professorin Wang (CityU) an Professor Linner (OTH). Da der Austauschort somit vordefiniert war, kam Professor Linner Mitte 2025 mit diesem Vorschlag auf mich zu. Ich habe die Chance dankend angenommen und bei der Aufbereitung des Antrags unterstützt.

Was sind die Stärken und Besonderheiten der hostenden Institutionen in Hongkong?

Die Stärken der CityU liegen nach meiner Auffassung in der digitalen Simulation und der bemerkenswerten Tiefe, mit der spezifische Themen durchdrungen werden. Damit ergänzen sie die – im Vergleich zur OTH – aktuell noch geringere Präsenz praktischer Laborumgebungen hervorragend. Dennoch wird auch dort intensiv am Aufbau eigener Systeme für reale Testungen gearbeitet.

Wie ergänzen sich Hongkong und Deutschland im Hinblick auf seine Stärken in Forschung & Entwicklung?

Genau das angesprochene Detail der CityU an theoretischen und digitalen Simulationen ergänzen sich wunderbar mit der praktisch orientierten Projektumsetzung an der OTH. Beide Parteien bereiten vor oder übernehmen daher die Arbeitsschritte des anderen. Nichtsdestotrotz können wir uns untereinander hervorragend unterstützen, da die fachlichen Kenntnisse sich trotzdem überschneiden.

Wie wollen Sie Ihre Forschung an der OTH Regensburg später in die Industrie einbringen? 

Meinen zukünftigen Beitrag sehe ich dabei vor allem darin, als Impulsgeber und Bindeglied zwischen Forschung und Praxis zu agieren, um den technologischen Wandel aktiv mitzugestalten, statt nur passiv an der konventionellen Projektabwicklung teilzunehmen.

Wie ist Ihr Aufenthalt finanziert?

Der Aufenthalt wurde im Rahmen meiner dortigen Arbeiten vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) nach erfolgreicher Antragsstellung finanziert.

Welche Erfahrung/Situation in Hongkong hat Sie am meisten geprägt?

Bezüglich meiner Weiterbildung war die prägendste Erfahrung mein Besuch am Hongkong Center for Construction Robotics am Forschungscluster „Hong Kong Science Park“. Dort wurde ich von Herrn Chen und seinem Team empfangen und habe einen Einblick in die Start-Up Szene vor Ort erhalten. Die Projekte trafen genau meinen Geschmack, beispielsweise fernsteuerbarer, automatisierter Minibagger oder autonome Logistiksysteme.

Welche Tipps haben Sie für auslandsbegeisterte Studierende der OTH Regensburg?

Kommuniziert Euer Interesse an einem Auslandsaufenthalt frühzeitig direkt bei den Professoren – egal, ob ihr schon ein festes Wunschziel habt oder einfach nur die Erfahrung sammeln wollt. Das internationale Netzwerk der OTH ist riesig und Kontakte sind fast überallhin möglich. Ein solcher Aufenthalt lohnt sich, denn er eröffnet völlig neue Perspektiven und zeigt einem, wie unterschiedlich forschungsorientierte Arbeit ablaufen kann, während man am Ende doch dasselbe Ziel verfolgt.

Foto: Yannic Schena/OTH Regensburg
Foto: Yannic Schena/OTH Regensburg
Foto: Yannic Schena/OTH Regensburg
Foto: Yannic Schena/OTH Regensburg